Eine junge Eiche bleibt in der Krone braun und treibt aber sehr vital aus dem Stammfuß aus. Dieses Bild kann durch den Eichensplintkäfer hervorgerufen werden und ist in diesem Jahr keine Seltenheit.
Junge Eichen sind durch die Pflanzung und den trockenen Sommer 2019 besonders gestresst. Durch den zusätzlichen Trockenstress sind sie anfälliger für Schädlinge. Befälle mit Eichensplintkäfern vermehren sich insbesondere nach warmen und trockenen Perioden. Schäden sind hauptsächlich in den ersten beiden Jahren nach der Pflanzung zu erwarten.

Der Eichensplintkäfer befällt, wie sein Name schon sagt, den am Stamm und den unteren Ästen den Splint von Eichen. Dabei nutzt er den Baum nur als Wirtsbaum für seinen Nachwuchs.
Er ist 2,5 -4 mm groß mit einem schwarz gefärbten Körper, rot gefärbten Flügeldecken und gelbroten Beinen und Fühlern. Seine Brutsysteme legt er im Splintholz des Baumes an. Es handelt sich dabei um eine Unterart des Borkenkäfers. Das Muttertier bohrt ein rundes Loch in die Rinde und frisst einen kurzen quer zum Stamm verlaufenden Muttergang in das Splintholz. Hier legt sie nun ihre Eier ab. Die geschlüpften Larven fressen sich nun senkrecht vom Mittelgang ausgehend nach oben und unten durch das Splintholz. Hierbei werden die Leitungsbahnen der jungen Bäume beschädigt. Ein umfangreicher Befall führt somit zum Absterben der Baumkrone und dem Neuaustrieb aus dem Stammfuß. Die Wurzel des Baumes wird nicht von dem Käfern beschädigt.
Die Larven reifen über Winter in ihren Gängen zu Käfern heran und bohren sich im Frühjahr aus der Rinde heraus.
In sehr trockenen und heißen Jahren können sich auch zwei Populationen entwickeln. Die Flugzeit der geschlüpften Käfer ist dann im Mai und im August/September.

Eine Befall ist nur sehr schwer über die Bohrlöcher der Muttertiere oder die Ausfluglöcher der neu entwickelten Käfer erkannt werden. Auffällig wird eine Befall erst nach Entfernung der Rinde, da dann die Fraßgänge sichtbar werden.

Befallenes Material sollte zur Reduzierung des Befallsdrucks vor April entfernt und gehäckselt oder verbrannt werden.
Eine chemische Bekämpfung ist möglich. Diese muss im April und zusätzlich im Juli erfolgen. Sie sollte nur durch geeignetes Fachpersonal mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erfolgen.

Kontakt